Lappland > Die Samen

Als Wanderer im Fjäll ist man in Sami eatnan - im Land der Samen. Was wir als eine Urlandschaft erleben, ist für die Samen eine Kulturlandschaft, die sie schon seit Jahrhunderten nutzen - für die Jagd, die Renntierzucht und den Fischfang. Deshalb sollte man immer den Ratschlag des STF befolgen, der an allen Gebirgshütten als Anschlag zu lesen ist: "Respektieren Sie die Arbeit der Samen, indem sie größtmögliche Rücksicht auf die Rentierzucht nehmen."
Die Rentiere gehören rentierzüchtenden Samen in einem der 33 Fjällsamendörfer. Neben dieser Fjällrentierzucht, bei der von der Sommer- zur Winterweide über 200 Kilometer zurückgelegt werden, gibt es in der Lappmark eine stationäre Rentierzucht - 10 Dörfer der Waldsamen Es gibt 220.000 Rentiere exklusive der neugeborenen Kälber, die für ca. 3000 Samen die Versorgungsbasis bilden. Pro Jahr beträgt der Produktionswert von Fleisch, Knochen und Haut 40 Millionen Schwedische Kronen. Dazu kommen noch die Bereiche Jagd, Fischfang und Kunsthandwerk. Alles in allem ein durchaus erträglicher Wirtschaftsfaktor. Die Samendörfer liegen in abgegrenztem Gebiet und funktionieren ähnlich wie eine Genossenschaft. Jeder Same besitzt seine eigenen Rentiere - bei den für die  Rentierzucht anfallenden Arbeiten, wie z.B. der Sammlungen, Kälbermarkierung oder Schlachtung arbeiten aber alle zusammen. Alle Samendörfer sind Mitglied im SSR, dem Reichsverbund der Schwedischen Samen. Dort sind neben den Rentierzüchtern auch 19 Samenvereinigungen Mitglied, die die Gruppe der nicht rentierzüchtenden Samen vertreten.
In den letzten Jahren haben die Samen wieder zu sich selbst zurückgefunden und stellen Forderungen nach Freiraum, um ihre eigene Kultur innerhalb der schwedischen Gesellschaft zu entwickeln. Der schwedische Reichstag beschloss am 12. Mai 1977 verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der samischen Kultur -  einschließlich der samischen Wirtschaftsweise. Inzwischen besitzen die Samen auch eine ständige Vertretung im Reichstag, die jedoch noch nicht über Stimmrechte verfügt. Viele Schritte müssen noch getan werden, um den Samen ihre von alters her verbürgten Rechte wieder zurückzubringen.

Anschlag des STF an den Gebirgshütten, den sie unbedingt beachten sollten:

  • Respektiere die Arbeit der Samen durch größtmögliche Rücksichtnahme auf die Rentierzucht. Es ist hart und mühselig eine Rentierherde zu sammeln und sie zusammen zu halten, aber es ist leicht sie auseinander zu scheuchen.

  • Bedenke dass eine Rentierherde leicht zu erschrecken ist und auseinahnderstäubt, wenn du versuchst, dich zu nähern. Nimm deshalb einen Umweg um die weidende Herde und gehe nicht geradewegs auf sie zu.

  • Renne nicht aus der Hütte, wenn eine Rentierherde vorbeizieht. Du siehst sie genau so gut durchs Fenster.

  • Wähle deinen Zeltplatz so, dass du die Rentiere nicht behinderst oder beim weiden störst.

  • Nimm als Dankeschön für die Erlebnisse die dir die Rentierzucht im Fjäll beschert und damit deinen Aufenthalt bereichert Rücksicht auf die Arbeit der Samen.

 

 
(C) 2000 by Lappland-Crew - Last updated 18.05.2004